Wenn deine Schule im Ozean versinkt


In der Animation „My entire High School sinking into the sea“ ist Dash einer der unbeliebten der Schule, der sich trotzdem nicht unterkriegen lässt. Mit seinen zwei Freunden Assaf und Verti will er eine weltbewegende Schülerzeitung veröffentlichen, die allerdings auf keinen Zuspruch trifft. So probiert Dash alles, um mit seinen Artikeln Aufmerksamkeit zu erregen. Dafür nimmt er sogar in Kauf, Gerüchte über seinen besten Freund Assaf zu verbreiten.

Plötzlich versinkt, wie der Titel schon sagt, die Schule, die am Rande einer Klippe steht, im Pazifik. Ähnlich wie bei dem Untergang der Titanik, versinkt Etage für Etage; der restliche Film dreht sich nun darum, nicht zu ertrinken. Nebenbei klären sich Probleme, über die man sich die man sich als Teenager Gedanken macht, z.B. Konflikte innerhalb einer Freundschaft, Liebesgeständnisse und die Akzeptanz eines Selbst, auf.

Schon nach den ersten zehn Sekunden bin ich begeistert von der wunderbaren Animation.
Eine solche farbliche Gestaltung eines comicartigen Films hatte ich zuvor noch nicht gesehen.

Es ist klar zu erkennen, wie intensiv und charakteristisch Personen und Gegenstände per Hand gezeichnet wurden. Feinfühliges Publikum muss einfach von der speziellen Art dieser Kunstdarstellung begeistert sein; einzelne Pinselstriche mit Tusche/Acrylfarbe sind in den Gesichtern zu erkennen oder Bäume, die man am Anfang zu sehen bekommt, sind sehr speziell gezeichnet. Selbst das Wasser, in dem die Schule untergeht, wirkt überzeugend real, obwohl es nur durch verlaufende Farbkleckse angedeutet wird. Ein Meisterwerk.
Die Farben leuchten grell, sie sind sogar teilweise so hell und mit schnellem Drumbeat hinterlegt, dass man fast die Augen schließen möchte. Durch viel Übertreibung und unvorhersehbaren, unrealistischen Aktionen und den immer wiederkehrenden Mustern, wirkt der Film beinahe surrealistisch.


Schnell ist klar, hier geht es nicht um die Handlung, sondern um die Auslebung der Fantasie von Regisseur Dash Shaw. Die Story ist also eher nebensächlich, manchmal sogar so absurd, dass man nicht weiß, ob man lachen oder sich nur wundern sollte. Diese gewisse Oberflächlichkeit mag man als Makel ansehen, ist jedoch eher irrelevant, da die Umsetzung der Story im Vordergrund steht.

Sehr schlau von Produzent Shaw ist darüber hinaus auch die Einladung mehrerer Künstler, was dem Zuschauer noch mehr Abwechslung bietet, da jeder Zeichner seinen eigenen Stil hat und hier gut zur Geltung kommt.

Tatsächlich hat der Regisseur dem Protagonisten nach sich selbst benannt und ob man es glaubt oder nicht, die Geschichte soll Parallelen zu seinem Leben haben. Aus diesem Grund musste ich laut auflachen, als jemand im Publikumgespräch fragte, warum die Hauptperson nicht ertränke und der Regisseur herumdruckste, da er nicht einfach sagen konnte: „Well, actually that’s me and I didn’t want to die at this time“.

Ich bin nach diesem Film überwältigt und irgendwie inspiriert von der expressiven Ausdrucksweise. An Kunst- und Animations/Fantasyfans ist „My entire High School sinking into the Sea“ definitiv weiterzuempfehlen, weniger allerdings an rationale Filmgucker mit hohen Erwartungen bzw. Fokus auf den Handlungsstrang.
15.2.2017, Eva Swiderski

Kommentare:

  1. Super Kritik :) Ich fand den Film auch super!! Wenn man mal wieder eine Stunde durchlachen möchte, ist der aufjedenfall empfehlenswert.

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